Mit 39 Jahren spielt Lionel Messi die Abwehr von Atlanta schwindelig, ausgerechnet in dem Stadion, in dem er im Juli mit Argentinien England im WM-Halbfinale besiegt hatte. Beim 3:1 von Inter Miami trifft er doppelt und baut seinen Vorsprung in der Torjägerliste aus.
Eine Halbzeit Geduld, dann vier Minuten Messi
Lange sah es nicht nach einem klaren Abend aus. Atlanta United war in der ersten Halbzeit sogar die bessere Mannschaft und hielt Messi weitgehend aus dem Spiel. Seine beste Chance, einen Freistoß kurz vor der Pause, parierte Torwart Lucas Hoyos glänzend. Dann traf der Mexikaner Germán Berterame in der 45. Minute zur Führung für Miami.
Nach dem Seitenwechsel gehörte die Bühne dem Argentinier. In der 56. Minute zog er von rechts nach innen, spielte einen Doppelpass mit Berterame, ließ einen Verteidiger stehen und schob flach zum 2:0 ein. Nur vier Minuten später war die Partie entschieden: Luis Suárez schickte ihn mit einem langen Ball auf die Reise, Messi hielt Atlantas Abwehrchef Júnior Alonso bis zum Tor auf Abstand und traf zum 3:0. Der Ehrentreffer für Atlanta fiel erst in der 89. Minute, als der frühere Miami-Stürmer Fafà Picault einen Elfmeter verwandelte.
Rekorde am laufenden Band
Mit dem Doppelpack steht Messi bei 25 Saisontoren und hat sechs Treffer Vorsprung im Rennen um die Torjägerkanone der MLS. Weil er beim ersten Tor auch noch eine Vorlage gutgeschrieben bekam, liegt er mit 15 Assists zudem gleichauf mit LAFC-Star Son Heung-min an der Spitze der Vorlagenliste. Damit ist er der erste Spieler in der Geschichte der Liga, der in drei Spielzeiten hintereinander mindestens 15 Tore vorbereitet hat.
In seiner Karriere hat Messi jetzt 936 Tore erzielt. Sein Trainer Kily González zweifelt nicht daran, dass er die Marke von 1.000 noch knacken wird. Spannend für alle, die das Duell der beiden Superstars verfolgen: Cristiano Ronaldo steht bei Al-Nassr in Saudi-Arabien schon bei 981 Toren.
Ohne Argentinien, aber mit voller Kraft für Miami
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Messi hat erst vor wenigen Tagen seine Karriere in der argentinischen Nationalmannschaft beendet. Seit seinem emotionalen Abschied hat er in drei Spielen viermal getroffen. Wer gedacht hatte, dass ihm nach dem Ende im Nationaltrikot die Motivation fehlt, wurde in Atlanta eines Besseren belehrt.
Für Inter Miami war es der dritte Sieg in Folge. Der Titelverteidiger hat sich längst für die Endrunde qualifiziert und reist als nächstes zu den New York Red Bulls. Für Atlanta dagegen wird es eng: Unter Trainer Gerardo „Tata“ Martino, der Messi früher sowohl in Miami als auch in Argentinien trainiert hat, steht das Team nur auf Platz 14 der Eastern Conference und steht vor dem Aus.
Quellen: ESPN, Goal, Scarves and Spikes, AFP
Titelbild: Lionel Messi (Archivbild 2011), Christopher Johnson, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0
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