Erst eine Stunde Warten wegen eines Sicherheitsalarms, dann ein Tor und ein Schal in den Landesfarben Saudi-Arabiens: Cristiano Ronaldos Abend in Riad hatte alles. Das Kurioseste kam aber erst danach, und zwar aus Portugal.
Anpfiff mit einer Stunde Verspätung
Eigentlich sollte das Spiel der asiatischen Champions League zwischen Al-Nassr und Neftchi Fergana aus Usbekistan pünktlich beginnen. Doch eine Sicherheitswarnung sorgte dafür, dass die Mannschaften erst eine Stunde später auf den Platz durften. Für Spieler wie Zuschauer eine ungewöhnliche Geduldsprobe, zumal niemand genau wusste, wie lange das Warten dauern würde.
Als der Ball endlich rollte, war Al-Nassr die klar bessere Mannschaft. Kurz vor der Pause traf Ronaldo zum 2:0, am Ende stand ein ungefährdetes 3:1. Nach dem Schlusspfiff schnappte sich der Portugiese einen Schal in den Farben Saudi-Arabiens und schwenkte ihn vor den Fans, eine Geste, die in Riad natürlich bestens ankam.
Erster Erfolg für Postecoglou
Für Trainer Ange Postecoglou, der früher unter anderem Celtic Glasgow und Tottenham trainiert hat, war es ein wichtiger Abend. Zum Auftakt in diesem Wettbewerb hatte Al-Nassr noch mit 0:4 gegen Al Ain verloren, ein Fehlstart, der für viel Gesprächsstoff gesorgt hatte. Mit dem ersten Sieg ist die Mannschaft nun wieder im Rennen.
Für Ronaldo selbst war es das 981. Tor seiner Profikarriere und sein 134. für Al-Nassr. Die Marke von 1.000 Toren, von der er seit Jahren spricht, rückt damit immer näher: Es fehlen nur noch 19 Treffer.
Gesperrt, aber gefeiert
Das eigentlich Bemerkenswerte passierte nach dem Spiel. Nur zwei Tage zuvor hatte der portugiesische Verband Ronaldo gesperrt, weil er nach einem Streit mit Nationaltrainer Jorge Jesus den Lehrgang der Nationalmannschaft verlassen hatte. Trotzdem veröffentlichte der Verband nun ein Foto von ihm im Nationaltrikot und feierte das Tor.
Wie ist das zu verstehen? Offiziell äußerte sich der Verband nicht dazu. Viele werten den Beitrag aber als Zeichen, dass die Tür für Ronaldo in der Nationalmannschaft nicht zu ist. Der Streit mit Jesus mag die Schlagzeilen bestimmen, aber auf den besten Torjäger der Landesgeschichte will in Portugal offenbar niemand endgültig verzichten.
Das Wettrennen mit Messi
Und dann ist da noch der ewige Vergleich: Lionel Messi hat am Wochenende in der MLS doppelt getroffen und steht jetzt bei 936 Karrieretoren. Ronaldo hat also weiterhin einen deutlichen Vorsprung, doch beide jagen dieselbe Zahl. Wer zuerst die 1.000 erreicht, dürfte eine der großen Fußballgeschichten der nächsten Monate werden.
Quellen: ESPN, ESPN, Al Jazeera, ESPN (Messi)
Titelbild: Mehrdad Esfahani, Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (Archivbild 2023)
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