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Früh geführt, dann überrollt: Barcelona entzaubert Galatasaray in der Hölle von Istanbul

3 Min. Lesezeit

Das Stadion von Galatasaray in Istanbul

Für 20 Minuten träumte Istanbul vom großen Coup. Galatasaray führte gegen den FC Barcelona, die Rams Park bebte. Am Ende stand ein deutliches 1:4, und der türkische Meister wartet in der Champions League weiter auf den ersten Punkt. In der Süper Lig dagegen bleibt Galatasaray vorne, und zwei deutsche Trainer mischen kräftig mit.

Batrakov trifft, dann übernimmt Yamal

Barcelona-Trainer Hansi Flick hatte vor dem Spiel gewarnt: Er wäre auch mit einem knappen 1:0 zufrieden, so schwer sei es, in diesem Stadion zu bestehen. Die Gäste kamen ohne Raphinha und Frenkie de Jong, Galatasaray musste auf Verteidiger Wilfried Singo verzichten.

Zunächst lief alles für die Gastgeber. Nach knapp einer halben Stunde brachte Neuzugang Alexey Batrakov Galatasaray in Führung, und die Fans auf den Rängen machten ihrem Ruf alle Ehre. Doch Barcelona ließ sich nicht beeindrucken, glich noch vor der Pause aus und spielte in der zweiten Halbzeit wie entfesselt. Der 19-jährige Lamine Yamal war der Mann des Abends: Er traf zwar selbst nicht, zog aber im Offensivspiel alle Fäden. Nach der Auswechslung von Pedri übernahm er sogar die Kapitänsbinde. Fermín López, Yamal und Co. drehten das Spiel bis zum 4:1.

Für Barcelona war es der zehnte Pflichtspielsieg in Folge, in der Champions League stehen sechs Punkte und 9:2 Tore. Galatasaray dagegen hat nach dem 1:3 zum Auftakt bei Sporting Lissabon noch keinen Zähler. Flick lobte hinterher ausdrücklich den Gegner: Wegen der Stimmung und der Offensivstärke von Galatasaray sei es ein richtig harter Abend gewesen.

In der Liga bleibt Galatasaray vorne

National läuft es besser. Vor dem Barcelona-Spiel schlug Galatasaray Kasımpaşa mit 3:1, obwohl es eng wurde: Abdülkerim Bardakcı traf kurz vor der Pause zur Führung, doch nach einer Roten Karte gegen Lucas Torreira glich Kasımpaşa aus. Trainer Okan Buruk brachte daraufhin Victor Osimhen, Leroy Sané, Mario Lemina und Eren Elmalı, und das zahlte sich aus. Barış Alper Yılmaz, der ausnahmsweise als Rechtsverteidiger spielte, traf mit links zum 2:1, Lemina machte in der Nachspielzeit alles klar.

In der Tabelle liegt Galatasaray damit vorne, Beşiktaş folgt mit nur einem Punkt Rückstand. Dahinter hat sich Aufsteiger Amedspor überraschend auf Platz drei geschoben, Fenerbahçe und Trabzonspor lauern mit drei Punkten Rückstand.

Deutsche Trainer im Fokus: Reis jubelt, Fink muss gehen

Für deutsche Fans besonders interessant: Thomas Reis, früher Trainer beim VfL Bochum und auf Schalke, hat bei Trabzonspor einen Traumstart hingelegt. Seine ersten beiden Spiele gewann er mit insgesamt 7:0 Toren, darunter ein 4:0 gegen Galatasaray. Danach siegte Trabzon auch noch mit 3:0 bei Samsunspor, ausgerechnet bei seinem Ex-Klub. Für dessen aktuellen Trainer Thorsten Fink hatte die Niederlage Folgen: Samsunspor trennte sich nach der fünften Pleite in Serie von ihm.

Die Antwort auf die Barcelona-Pleite gab Galatasaray am Samstag in Ankara: Bei Gençlerbirliği gewann der Meister mit 1:0, das Tor fiel erst in der 88. Minute durch ein Eigentor von Torwart İrfan Can Eğribayat. Damit bleibt Galatasaray mit 19 Punkten Tabellenführer. Am 26. Oktober steigt dann das große Istanbuler Derby gegen Fenerbahçe, Anstoß ist um 19:30 Uhr deutscher Zeit.

Quellen: Al Jazeera, Telemundo, Fanatik, Flashscore, beIN Sports
Titelbild: Rams Park in Istanbul (Archivbild 2023), Parlar, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

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