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Ajax und Feyenoord steuern als Tabellenführer auf ihr nächstes großes Duell zu

Von der Globalkick-Redaktion

3 Min. Lesezeit

Spielszene aus der Eredivisie mit Spielern von Ajax und Feyenoord im Zweikampf

Foto: Michael715 / Depositphotos.com

Wenn Feyenoord und Ajax am 29. November im Stadion De Kuip aufeinandertreffen, geht es um mehr als drei Punkte. Beide Klubs führen nach elf Spieltagen die Tabelle der Eredivisie an, getrennt nur durch einen einzigen Punkt. Es ist die aktuelle Ausgabe einer Rivalität, die seit mehr als hundert Jahren das niederländische Fußballleben prägt: De Klassieker.

Ein Streit um ein Tor am Anfang

Die Geschichte beginnt am 9. Oktober 1921. Feyenoord war gerade erst in die höchste niederländische Spielklasse aufgestiegen und musste deshalb erstmals gegen den bereits etablierten Hauptstadtklub Ajax antreten. Das Spiel an der Kromme Zandweg in Rotterdam endete in einem Streit: Auf dem Platz stand zunächst ein 3:2 für Ajax, doch Feyenoord protestierte, weil ein Amsterdamer Treffer nach Ansicht der Rotterdamer die Torlinie nie überquert hatte. Am Ende wurde das Ergebnis offiziell auf ein 2:2 korrigiert – ein denkbar symbolträchtiger Beginn für eine Rivalität, die bis heute von knappen Entscheidungen und gegenseitigem Misstrauen lebt.

Arbeiterclub gegen Amsterdamer Eleganz

Der eigentliche Nährboden der Rivalität liegt jedoch nicht im Ergebnis jenes ersten Spiels, sondern im Gegensatz der beiden Städte. Feyenoord entwickelte sich zum Aushängeschild des Hafen- und Arbeiterstandortes Rotterdam, einer Stadt, die sich gerne als geradlinig und unprätentiös versteht. Ajax wiederum wurde zum Sinnbild des selbstbewussteren, mondäneren Amsterdam und stand für einen technisch geprägten, offensiven Spielstil. Als beide Vereine in den 1960er- und 1970er-Jahren zu den dominierenden Kräften im europäischen Klubfußball aufstiegen, verstärkte sich dieser Gegensatz zwischen Rotterdamer Robustheit und Amsterdamer Spielfreude weiter – und mit ihm die Rivalität zwischen den Fans beider Lager. Beide Klubs gehören zudem zu den erfolgreichsten Europas: Ajax gewann viermal den Europapokal der Landesmeister beziehungsweise die Champions League, Feyenoord holte 1970 als erster niederländischer Verein den Europapokal der Landesmeister und gewann zudem zweimal den UEFA-Cup. Diese gemeinsame europäische Erfolgsgeschichte macht die Konkurrenz um die nationale Vormachtstellung nur noch intensiver.

Seit 2009 ohne Gästefans

Wie aufgeladen die Begegnung über die Jahrzehnte wurde, zeigt eine bis heute gültige Maßnahme: Seit der Saison 2009/2010 sind bei Klassiekers keine auswärtigen Fans mehr zugelassen. Auslöser war ein Vorfall am 15. Februar 2009, als Ajax-Anhänger während eines Spiels in Richtung des Feyenoord-Fanblocks stürmten. Die Bürgermeister von Amsterdam und Rotterdam entschieden daraufhin gemeinsam, Gästefans bei direkten Duellen beider Klubs grundsätzlich auszuschließen. Eine ursprünglich für 2014 vorgesehene Aufhebung des Verbots wurde nach weiteren Ausschreitungen von Ajax-Anhängern rund um ein Pokalfinale in Rotterdam um fünf Jahre verlängert – bis heute spielt deshalb kein einziger Gastfan live im Stadion mit.

Die Bilanz spricht bislang für Amsterdam

In der Gesamtbilanz aller bisherigen Klassieker liegt Ajax vorn: Die Amsterdamer haben nach aktuellem Stand 93 der direkten Duelle für sich entschieden, mehr als jeder andere Klub gegen seinen größten Rivalen in den Niederlanden. Feyenoord konnte diesen Vorsprung in den vergangenen Jahrzehnten zwar verringern, doch an der grundsätzlichen Vormachtstellung von Ajax in der direkten Bilanz ändert das bislang nichts.

Zwei Tabellenführer vor dem nächsten Kapitel

In dieser Saison bekommt die Rivalität zusätzliches Gewicht durch die Tabellensituation. Nach elf Spieltagen steht Feyenoord mit sieben Siegen, vier Unentschieden und ohne Niederlage bei 25 Punkten an der Spitze, dicht gefolgt von Ajax mit ebenfalls sieben Siegen, drei Remis und einer Niederlage bei 24 Zählern. Beide Mannschaften reisen damit als Tabellenführer beziehungsweise Tabellenzweiter in die bevorstehende Länderspielpause und richten den Blick anschließend auf den 29. November, wenn Ajax zu Gast im De Kuip ist. Das Rückspiel in der Johan Cruyff ArenA ist bereits für den 28. Februar terminiert.

Ausblick

Sollte sich an den Tabellenverhältnissen bis Ende November wenig ändern, würde der kommende Klassieker direkten Einfluss auf das Titelrennen nehmen – ein Szenario, das der ohnehin aufgeladenen Partie zusätzliche Brisanz verleihen dürfte. Für beide Städte ist das Duell seit mehr als hundert Jahren weit mehr als ein gewöhnliches Ligaspiel, geprägt von historischer Konkurrenz, strikten Sicherheitsmaßnahmen und gegenseitigem sportlichem Respekt zugleich. In dieser Saison könnte es zudem zu einer vorentscheidenden Begegnung im Kampf um die niederländische Meisterschaft werden.

Quellen: ajaxlife.nl, en.wikipedia.org/wiki/De_Klassieker, voetbalzone.nl, at5.nl