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Wie Dean Huijsen vom Marbella-Nachwuchs zum Abwehrchef bei Real Madrid wurde

Von der Globalkick-Redaktion

3 Min. Lesezeit

Dean Huijsen im Trikot von Real Madrid auf dem Spielfeld

Foto: Mrogowski_photography / Depositphotos.com

Als Dean Huijsen im März 2025 zum ersten Mal für die spanische Nationalmannschaft auflief, tat er das ausgerechnet in Rotterdam – in dem Land, in dem er geboren wurde und das er nun im Nations-League-Viertelfinale als Gegner vor sich hatte. Kaum eine andere Geschichte der laufenden Saison führt so geradlinig von einem Bolzplatz in Andalusien bis in die Innenverteidigung von Real Madrid.

Von Amsterdam nach Marbella

Geboren wurde Dean Donny Huijsen am 14. April 2005 in Amsterdam. Mit fünf Jahren zog seine Familie an die spanische Südküste nach Marbella, wo er zunächst für den kleinen Klub Costa Unida CF kickte, bevor er 2015 in die Jugendakademie des FC Málaga wechselte. Sechs Jahre blieb er dort und durchlief die typischen Stationen eines spanischen Nachwuchstalents, ohne zu diesem Zeitpunkt besonders im Rampenlicht zu stehen.

Der Sprung nach Turin

2021 wechselte der damals 16-Jährige in die Jugendabteilung von Juventus Turin. Dort durchlief er die Altersklassen und gab im Januar 2023 sein Profidébut für Juventus Next Gen, das Zweitmannschaftsprojekt des Klubs in der dritten italienischen Liga. Im Juni desselben Jahres verlängerte Juventus seinen Vertrag bis 2027 – ein deutliches Zeichen dafür, wie ernst der Klub seine Entwicklung nahm. Sein Debut in der Serie A folgte im Oktober 2023, ausgerechnet gegen den AC Mailand.

Rom als Zwischenstation, Bournemouth als Sprungbrett

Um Spielpraxis zu sammeln, verlieh Juventus den jungen Verteidiger von Januar bis Juni 2024 an den AS Rom, wo er in der Serie A auch zwei Tore erzielte – eine bemerkenswerte Ausbeute für einen Innenverteidiger. Im Sommer 2024 folgte der nächste Schritt: Bournemouth verpflichtete Huijsen fest für rund 15,2 Millionen Euro und einen Sechsjahresvertrag. An der englischen Südküste wurde er schnell zur Stammkraft und erzielte nebenbei den jüngsten Premier-League-Treffer in der Vereinsgeschichte der Cherries.

Die Ausstiegsklausel und der Wechsel zu Real Madrid

Die starken Leistungen bei Bournemouth blieben nicht unbemerkt. Im Mai 2025 zog Real Madrid die in Huijsens Vertrag vereinbarte Ausstiegsklausel von umgerechnet rund 59,5 Millionen Euro und machte ihn zu einem der teuersten Innenverteidiger der Vereinsgeschichte. Der Wechsel wurde bewusst zum 1. Juni datiert, damit Huijsen noch rechtzeitig für die Klub-Weltmeisterschaft im selben Sommer spielberechtigt war. Bei den Königlichen erhielt er die Rückennummer 4.

Debut gegen das eigene Geburtsland

Sportlich besonders bemerkenswert ist Huijsens Weg in der Nationalmannschaft. Obwohl er zunächst für die niederländische U17 auflief und mit ihr 2022 Vize-Europameister wurde, entschied er sich später für Spanien, erhielt 2024 die spanische Staatsbürgerschaft und debutierte 2025 für die A-Nationalmannschaft – im Nations-League-Viertelfinale gegen die Niederlande. Das Hinspiel in Rotterdam endete 2:2, das Rückspiel in Valencia 3:3 nach regulärer Spielzeit, ehe sich Spanien im Elfmeterschießen mit 5:4 durchsetzte. Für Huijsen war es ein Debut mit maximaler Symbolkraft: ausgerechnet gegen das Land, in dem er geboren wurde und für das er als Jugendlicher noch gespielt hatte.

Ein ballsicherer Abwehrchef mit Torgefährlichkeit

Mit seinen 1,96 Metern bringt Huijsen die physische Präsenz mit, die moderne Innenverteidiger brauchen, gilt darüber hinaus aber als auffällig spielstark am Ball und übernimmt bei Bedarf sogar Elfmeter. Diese Mischung aus Körperlichkeit, Technik und Ruhe am Ball war es, die ihn in kurzer Zeit durch vier Länder und vier Ligen führte – von Málaga über Turin und Rom bis nach Bournemouth und schließlich Madrid.

Ausblick

Für Real Madrid ist Huijsen inzwischen ein fester Bestandteil der Abwehrplanung. Mit gerade einmal 21 Jahren hat er bereits mehr Vereins- und Länderstationen hinter sich als mancher Spieler in einer ganzen Karriere – und seine Geschichte, geboren in Amsterdam, großgeworden in Marbella, zeigt, wie durchlässig moderne Nachwuchswege im europäischen Fußball geworden sind.

Quellen: Wikipedia, soccerway.com