Ablösesummen werden fast immer nominal verglichen: Neymars 222 Millionen Euro von 2017 gelten bis heute als Rekord, unabhängig davon, wie viel ein Euro damals wert war. Rechnet man die allgemeine Teuerung ein, verschiebt sich das Bild – nicht dramatisch, aber spürbar. Wer schon länger zurückliegt, holt gegenüber frischeren, nominal ähnlich hohen Transfers auf.
Welche Rechnung hier zugrunde liegt
Grundlage ist die allgemeine Verbraucherpreis-Inflation im Euroraum (HICP), nicht die deutlich steilere „Fußball-Marktinflation“, mit der andernorts gerechnet wird, wenn etwa behauptet wird, Alan Shearers Wechsel von 1996 für umgerechnet rund 18,9 Millionen Pfund sei heute über 130 Millionen Pfund wert. Solche Werte beruhen auf dem Anstieg der Ablösesummen selbst, nicht auf echter Kaufkraft. Mit normaler Teuerung kommen deutlich moderatere Werte heraus.
Die Top 10 in heutigem Geld
- Neymar, FC Barcelona → Paris Saint-Germain, 2017: 222 Mio. Euro, heute rund 291 Mio. Euro.
- Kylian Mbappé, AS Monaco → Paris Saint-Germain, 2018: 180 Mio. Euro, heute rund 232 Mio. Euro.
- Ousmane Dembélé, Borussia Dortmund → FC Barcelona, 2017: 135 Mio. Euro (mit Boni bis zu 148 Mio.), heute rund 177 bis 194 Mio. Euro.
- Philippe Coutinho, FC Liverpool → FC Barcelona, 2018: 135 Mio. Euro, heute rund 174 Mio. Euro.
- João Félix, Benfica Lissabon → Atlético Madrid, 2019: 127 Mio. Euro, heute rund 161 Mio. Euro.
- Antoine Griezmann, Atlético Madrid → FC Barcelona, 2019: 120 Mio. Euro, heute rund 152 Mio. Euro.
- Alexander Isak, Newcastle United → FC Liverpool, 2025: 125 Mio. Pfund / rund 145 Mio. Euro, heute kaum verändert bei rund 148 Mio. Euro.
- Jack Grealish, Aston Villa → Manchester City, 2021: 117 Mio. Euro, heute rund 145 Mio. Euro.
- Enzo Fernández, FC Chelsea → Manchester City, 2026: 145 Mio. Euro, heute praktisch unverändert.
- Morgan Rogers, Aston Villa → FC Chelsea, 2026: 138 Mio. Euro, heute praktisch unverändert.
Was die Rechnung verändert – und was nicht
Am deutlichsten zeigt sich der Effekt bei Griezmann und Isak: Nominal liegen beide unter Spielern wie Enzo Fernández oder Morgan Rogers, nach Teuerung ziehen sie an ihnen vorbei, weil zwischen 2019 und 2026 mehr Jahre mit spürbarer Inflation liegen – allein 2022 und 2023 stieg das Preisniveau im Euroraum deutlich. Ganz knapp nicht mehr in der Liste: Elliot Anderson, Florian Wirtz und Bradley Barcola, deren Wechsel aus 2025 und 2026 noch zu frisch sind, um von der Teuerung spürbar zu profitieren.
Historische Rekordhalter wie Zinedine Zidane (2001, 75,6 Mio. Euro, inflationsbereinigt knapp über 90 Mio. Euro) oder Diego Maradona (1984, umgerechnet nur rund 17 bis 20 Mio. Euro) liegen dagegen weit abgeschlagen hinter der heutigen Transfer-Spitze. Wer ihre alten Wechsel auf mehrere Hundert Millionen hochrechnet, rechnet nicht mit echter Kaufkraft, sondern mit dem viel steileren Anstieg der Ablösesummen selbst.
Quellen: tipsterio.de, absolutfussball.com, inflationcalculatorpro.com (Eurozone-Inflationsdaten); globalkick.de vom 28.10.2026 zu den Transfers des Sommers 2026.
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