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Vom Bolzplatz in Frammersbach zum jüngsten Champions-League-Torschützen der Bayern-Geschichte

Von der Globalkick-Redaktion

3 Min. Lesezeit

Nachwuchsspieler des FC Bayern München beim Champions-League-Spiel

Foto: Vitaliivitleo / Depositphotos.com

Als Lennart Karl am Samstag beim 2:1-Erfolg des FC Bayern in Mainz traf, war es für den Rekordmeister bereits eine vertraute Szene: Wieder einmal hatte der 18-Jährige einen entscheidenden Beitrag zu einem Münchner Sieg geleistet. Was nach einer Randnotiz in einem souveränen Auswärtsspiel klingt, ist in Wirklichkeit der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung, die vor wenigen Jahren noch niemand in dieser Geschwindigkeit für möglich gehalten hätte.

Geboren wurde Karl am 22. Februar 2008 im unterfränkischen Frammersbach, wo er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Vincent aufwuchs. Sein Vater spielte selbst auf Amateurniveau Fußball, und so begann auch Lennart Karls Laufbahn dort, wo viele große Karrieren ihren Ursprung haben: auf dem Bolzplatz und in der Jugend von Viktoria Aschaffenburg. Bereits dort fiel seine Ballbehandlung auf – ein Video von seinen Dribblings bei einem Jugendturnier verbreitete sich früh im Internet und machte erste Scouts auf ihn aufmerksam.

Im Alter von neun Jahren wechselte Karl 2017 in die Jugendakademie von Eintracht Frankfurt, wo er viereinhalb Jahre blieb. Selbst ein Probetraining bei Real Madrid konnte ihn in dieser Zeit nicht von der hessischen Fußballschule weglocken. Erst im Sommer 2022, mit gerade einmal 14 Jahren, wechselte er an den FC Bayern Campus und durchlief dort die U17 und U19 des Rekordmeisters, ehe sein Talent nicht mehr zu übersehen war.

Der sportliche Aufstieg nahm danach rasant an Fahrt auf. In der Saison 2024/25 erzielte Karl 27 Tore in der U17-Nachwuchsliga und kam in neun U19-Einsätzen auf sieben Treffer – Zahlen, die seinen Sprung in den Profikader beschleunigten. Sein Debüt für die erste Mannschaft gab er im Juni 2025 bei der Klub-Weltmeisterschaft gegen Auckland City, sein erstes Tor für die Bayern-Profis erzielte er wenig später in einem Freundschaftsspiel gegen Tottenham Hotspur. Am 22. August 2025 folgte schließlich sein Bundesliga-Debüt gegen RB Leipzig.

Den endgültigen Sprung ins Rampenlicht schaffte Karl im Oktober 2025 in der Champions League gegen den FC Brügge: Mit 17 Jahren und 242 Tagen wurde er zum jüngsten Champions-League-Torschützen der Bayern-Geschichte – und zugleich zum jüngsten deutschen Spieler, dem in diesem Wettbewerb überhaupt ein Tor gelang. Mit Erreichen seines 18. Geburtstags verlängerte sich sein Vertrag beim Rekordmeister automatisch bis zum Jahr 2029, im Oktober 2025 wurde er zudem mit der Fritz-Walter-Medaille in Silber ausgezeichnet.

Nicht alles verlief dabei reibungslos. Für die März-Länderspiele 2026 erstmals in den Kreis der deutschen A-Nationalmannschaft berufen, musste Karl kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft 2026 einen Muskelfaserriss verkraften und verpasste damit die Endrunde in Nordamerika – ein Rückschlag, der zeigt, wie eng der Terminkalender eines 18-Jährigen im modernen Profifußball bereits getaktet ist.

Sportlich wird Karl wegen seiner Technik, seiner Kreativität und seines Gespürs für den entscheidenden Moment gelegentlich mit Franck Ribéry verglichen – ein Vergleich, der in München besonderes Gewicht hat. Mit einem geschätzten Marktwert von rund 20 Millionen Euro gehört der Youngster bereits zu den wertvollsten Nachwuchsspielern der Liga und wird von der Agentur „Lucky 13“ des früheren Nationalspielers Michael Ballack betreut.

Der Treffer gegen Mainz war damit nur ein weiterer Baustein in einer Karriere, die vom Bolzplatz in Frammersbach über die Jugendakademien von Aschaffenburg und Frankfurt bis an die Säbener Straße führte – und die nach aktuellem Stand noch lange nicht an ihrem Höhepunkt angekommen ist.