Fünf von acht Halbfinalisten in Südamerikas großen Klubwettbewerben kommen aus Brasilien. Nach den Hinspielen ist sogar möglich, dass beide Endspiele rein brasilianisch werden. Für Argentinien wird diese Woche zur Bewährungsprobe.
Brasiliens Serie in der Libertadores
Um die Lage einzuordnen, lohnt ein Blick zurück: Seit 2019 hat jedes Jahr ein brasilianischer Klub die Copa Libertadores gewonnen, das ist Südamerikas Gegenstück zur Champions League. Flamengo, Palmeiras, Fluminense und Botafogo haben sich den Pokal in diesen Jahren aufgeteilt. Titelverteidiger ist Flamengo.
Auch in diesem Jahr deutet vieles auf einen weiteren brasilianischen Sieger hin. Im einen Halbfinale treffen mit Fluminense und Palmeiras zwei Brasilianer aufeinander, ein brasilianischer Finalist steht also schon fest. Palmeiras hat das Hinspiel im Maracanã mit 2:1 gewonnen und reicht im Rückspiel am Mittwoch in São Paulo ein Remis.
Im anderen Halbfinale trennten sich Estudiantes de La Plata und Flamengo in Argentinien 0:0. Die Entscheidung fällt am Donnerstag, 22. Oktober, im Maracanã. Setzt sich Flamengo durch, gibt es am 28. November im Estadio Centenario von Montevideo ein rein brasilianisches Finale.
Auch in der Copa Sudamericana droht ein Brasilien-Finale
In der Copa Sudamericana, dem zweitwichtigsten Wettbewerb des Kontinents, sieht es ähnlich aus. Vasco da Gama gewann sensationell mit 1:0 bei Boca Juniors in der Bombonera, Atlético Mineiro schlug Montevideo City Torque aus Uruguay deutlich mit 3:0. Kommen beide weiter, treffen auch im Finale am 21. November in Barranquilla zwei Brasilianer aufeinander.
Warum Brasilien so dominant ist
Der Hauptgrund ist Geld. Die großen brasilianischen Klubs haben in den letzten Jahren deutlich höhere Einnahmen als die Konkurrenz aus Argentinien, Uruguay oder Kolumbien, durch Fernsehverträge, Sponsoren und zum Teil neue Investoren. Damit können sie Talente länger halten und erfahrene Spieler aus Europa zurückholen. Viele Experten sprechen deshalb schon von einer Zweiklassengesellschaft im südamerikanischen Fußball.
Argentiniens letzte Hoffnung
Die Hoffnungen Argentiniens ruhen nun auf Estudiantes und Boca Juniors. Beide müssen in dieser Woche in Brasilien antreten, beide brauchen ein starkes Rückspiel. Scheitern beide, wäre das für das Land des Weltmeisters eine bittere Woche, und ein weiteres Zeichen dafür, wie groß der Abstand zu Brasilien auf Vereinsebene inzwischen ist.
Quellen: Infobae, France 24, Jornal Grande Bahia, La Nación
Titelbild: Estadio Centenario in Montevideo, Austragungsort des Libertadores-Finales (Archivbild 2017), TitiNicola, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
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