Galatasaray wollte sein Champions-League-Auswärtsspiel bei Lille wegen der gewaltsamen Unruhen in Frankreich verschieben lassen. Drei Tage lang verhandelte die Vereinsführung mit der UEFA – ohne Erfolg. Am Mittwoch um 19.45 Uhr türkischer Zeit soll die Partie wie geplant und mit Zuschauern angepfiffen werden.
Der Antrag und die Absage
Nach Informationen des türkischen Senders A Spor hatte die Galatasaray-Verwaltung bei der UEFA offiziell beantragt, das Spiel der dritten Gruppenphasenwoche gegen Lille zu verlegen. Reporter Emre Kaplan zitierte die Antwort des europäischen Verbands: Die UEFA wolle, dass die Partie am regulären Termin und mit Zuschauern stattfindet, eine Änderung sei nicht zu erwarten. Mehrere türkische Sportportale, darunter Fotomaç und NTV Spor, berichteten übereinstimmend, dass der Verlegungsantrag trotz dreier Tage intensiver Gespräche abgelehnt wurde.
Was in Frankreich gerade los ist
Hintergrund sind landesweite Proteste gegen steigende Lebenshaltungskosten, die seit dem 17. Oktober in mehreren französischen Städten in Plünderungen und Ausschreitungen umschlugen. Betroffen waren Geschäfte in Lyon, Paris und Marseille – aber auch in Lille, wo Galatasaray am Mittwoch antreten muss. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von „Wut und Scham“ über die Gewalt. Für Lille und umliegende Gemeinden wurden eigens nächtliche Ausgangssperren verhängt, landesweit kam es zu mehreren Tausend Festnahmen.
Paris bleibt hart
Frankreichs Innenminister Laurent Nunez stellte unmissverständlich klar, dass an einer Absage der Spiele nicht gerüttelt wird: Die Partien würden wie geplant ausgetragen. Auch der gastgebende Verein Lille soll laut türkischen Medienberichten kein Interesse an einer Verlegung gehabt haben, sodass Galatasaray mit seinem Anliegen letztlich allein dastand.
Ausblick für Galatasaray
Der amtierende türkische Meister reist damit trotz der angespannten Lage nach Nordfrankreich. Sportlich braucht Galatasaray nach der klaren Hinrunden-Niederlage gegen den FC Barcelona dringend Punkte, um den Anschluss an die K.-o.-Plätze der Champions League nicht zu verlieren. Schon am kommenden Montag wartet mit dem Spitzenspiel bei Fenerbahçe die nächste große Prüfung – dann allerdings wieder in gewohnt sicherer Umgebung im eigenen Land.
Quellen: Fotomaç, NTV Spor, Al Jazeera
Titelbild: Globalkick-Grafik
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