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Deutscher Coach, nigerianischer Knipser: Wie Jens Wissing Al-Ittihad aus der Krise führt

2 Min. Lesezeit

Jens Wissing, deutscher Trainer von Al-Ittihad, Archivbild von 2013 als Spieler des MSV Duisburg

Zwei Niederlagen in Serie hatten bei Al-Ittihad für Unruhe gesorgt, dann holte sich der saudische Topklub mit einem deutlichen 4:1 bei Al-Ettifaq die Erleichterung zurück. Eingewechselte Spieler entschieden die Partie, und der Mann auf der Trainerbank, der danach die Lorbeeren an seine Joker verteilte, ist ein 38 Jahre alter Deutscher: Jens Wissing.

Ein Sieg nach zwei sieglosen Spielen

Al-Ittihad tat sich in der zehnten Runde der saudischen Roshn-Liga zunächst schwer. George Ilenikhena brachte die Mannschaft aus Dschidda zwar schon in der 16. Minute nach Vorlage von Richard Ríos in Führung, doch Sultan Harun glich für Al-Ettifaq noch vor der Pause aus. Erst nach der Pause drehte Al-Ittihad richtig auf: Houssem Aouar traf in der 53. Minute nach Zuspiel von Ilenikhena zum 2:1, ehe der eingewechselte Youssef En-Nesyri mit zwei Treffern in der 80. und 85. Minute den Endstand von 4:1 besiegelte. Ilenikhena wurde trotz seiner Auswechslung wegen Erschöpfung zum Mann des Spiels gewählt und sagte, der Sieg nach den vorherigen Niederlagen sei enorm wichtig gewesen, zumal die Mannschaft nach dem Trainerwechsel geschlossen an einem Strang ziehe.

Der Mann auf der Bank: Jens Wissing

Wissing selbst lobte nach dem Spiel vor allem seine Einwechslungen: En-Nesyris Auftritt sei entscheidend gewesen, ein positives Zeichen, wenn ein Spieler von der Bank kommt und sofort einschlägt. Er machte aber auch deutlich, dass seine Mannschaft weiterhin zu viele einfache Chancen liegen lässt, auch wenn die Offensivstärke Grund zum Optimismus gebe. Al-Ittihad kletterte durch den Sieg mit 20 Punkten auf Platz vier der Tabelle, Al-Ettifaq bleibt mit 15 Zählern auf Rang acht.

Vom Ruhrgebiet über Japan nach Dschidda

Wissing gehört zu den Trainern, die in Deutschland kaum jemand auf dem Schirm hat, in der asiatischen Fußballszene aber längst ein Begriff sind. Er sammelte seine ersten Stationen als Assistent von Roger Schmidt bei PSV Eindhoven und Benfica Lissabon sowie von Thomas Letsch bei Red Bull Salzburg, ehe er als Cheftrainer zum japanischen Klub Gamba Osaka wechselte und dort die AFC Champions League gewann. Seit Juli 2026 steht er bei Al-Ittihad an der Seitenlinie, wo er den entlassenen Sérgio Conceição ablöste. Damit ist er neben Matthias Jaissle bei Al-Ahli bereits der zweite deutsche Trainer in der saudischen Pro League – beide sind, mit einem Monat Unterschied, 38 Jahre alt.

Ausblick

Für Al-Ittihad geht es nun darum, den Schwung aus dem Al-Ettifaq-Spiel mitzunehmen und die liegen gelassenen Chancen künftig besser zu nutzen. Für Wissing ist es vor allem ein weiterer Beleg, dass deutsche Trainer in der Saudi Pro League inzwischen feste Größen sind – auch wenn ihre Arbeit in der heimischen Fußballberichterstattung bislang kaum Beachtung findet.

Quellen: africasoccer.com, completesports.com
Titelbild: Jens Wissing, Archivbild 2013 (als Spieler des MSV Duisburg, Symbolbild), Thomas Rodenbücher, Wikimedia Commons, CC BY 2.0

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