Peñarol ist am Dienstagabend im eigenen Stadion an Montevideo City Torque gescheitert und aus der Copa AUF Uruguay ausgeschieden. Das 0:2 im Estadio Campeón del Siglo war schon ärgerlich genug für den Rekordmeister – überschattet wurde der Abend aber von schweren Ausschreitungen in der eigenen Fankurve, die die Partie für mehrere Minuten unterbrachen.
Ein Elfmeter als Wendepunkt
Sportlich begann die Partie ausgeglichen, Peñarol hatte mit Franco González durchaus Anteile am Spiel. Die Kontrolle übernahmen aber zunehmend die Gäste aus Montevideo, die am Ende 64 Prozent Ballbesitz verbuchten. Den Unterschied machte ein Strafstoß in der 53. Minute, den der junge Facundo Álvez verursachte und den Nahuel Da Silva sicher verwandelte. In der 72. Minute erhöhte Da Silva per Kopfball auf 2:0 und machte damit seinen persönlichen Doppelpack perfekt. City Torque agierte über weite Strecken durch Ramiro Lecchini, der das Offensivspiel der Gäste prägte.
Ausschreitungen auf der Tribune Cataldi
Weit mehr zu reden gab jedoch, was sich auf den Rängen abspielte. In der Tribune Cataldi, dem Bereich der eigenen Anhänger, kam es zu schweren Auseinandersetzungen, nachdem ein Teil der Peñarol-Kurve offenbar versucht hatte, das Spiel absichtlich zu unterbrechen. Bengalische Feuer und körperliche Gewalt zwischen rivalisierenden Gruppen innerhalb des eigenen Anhangs führten dazu, dass die Partie für rund acht Minuten unterbrochen werden musste. Für einen Klub mit der Historie Peñarols ist das ein Vorfall, der in Montevideo noch tagelang diskutiert werden dürfte – unabhängig vom sportlichen Ergebnis.
Eine schwierige Saison wird noch schwieriger
Sportlich reiht sich das Pokal-Aus in eine ohnehin komplizierte Phase ein: In den vergangenen fünf Pflichtspielen des Torneo Clausura hatte Peñarol nur eines gewonnen und dabei den zuvor komfortablen Vorsprung an der Tabellenspitze eingebußt. Die Copa Uruguay wäre eine Gelegenheit gewesen, der Mannschaft mit einem Titel neuen Schwung zu geben – stattdessen verabschiedet sich der Rekordmeister schon in der Runde der letzten 16 und kann den Titel aus der Vorsaison nicht verteidigen. Nationalrivale Montevideo City Torque dagegen bestätigt mit dem Erfolg seine starke Kampagne und zieht ohne Umwege ins Viertelfinale ein.
Ausblick
Für Peñarol rückt nun die Meisterschaft wieder in den Fokus, wo der Vorsprung an der Spitze zusammengeschmolzen ist. Der Klub wird zudem erklären müssen, wie es zu den Vorfällen in der eigenen Kurve kommen konnte – auch mit Blick auf mögliche Sanktionen des uruguayischen Verbands. Nacional, der andere große Rivale der Stadt, hat sein Achtelfinale gegen Ferro Carril bereits vor sich und könnte vom Ausscheiden des Erzfeindes zusätzlich profitieren.
Quellen: elobservador.com.uy, ladiaria.com.uy
Titelbild: Tribünen des Estadio Campeón del Siglo, Heimspielstätte von Peñarol (Archivbild), Tiagob2010, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
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