Kylian Mbappé hat sich für eine Bemerkung über Mao Zedong entschuldigt, die in China für erhebliche Empörung gesorgt hat. Mehrere chinesische Sponsoren kündigten bereits die Zusammenarbeit mit dem Superstar von Real Madrid auf, der staatliche Sender CCTV setzte Übertragungen mit seiner Beteiligung vorübergehend aus.
Was in der Sendung passiert ist
In der französischen Sendung „The Bridge“ wurde Mbappé gefragt, welches Meme über ihn selbst er am lustigsten finde. Er antwortete, es gehe um „einen Mann … ich glaube, er war ein chinesischer Diktator“, woraufhin im Clip ein bearbeitetes Bild gezeigt wurde, das Mbappés Gesicht in eine bekannte Mao-Zedong-Darstellung montierte. Der Ausschnitt verbreitete sich binnen Stunden in chinesischen sozialen Netzwerken.
Die Entschuldigung
Mbappé reagierte mit einer in drei Sprachen veröffentlichten Stellungnahme: „Mein Kommentar war unüberlegt.“ Er betonte darin, die chinesische Geschichte und Kultur zu respektieren, und bedaure, Gefühle verletzt zu haben.
Sponsoren ziehen Konsequenzen
Die Reaktion blieb nicht folgenlos: Die Unternehmen Dongpeng Beverage, Mengniu und Milkground erklärten, ihre Werbeverträge mit Mbappé zu beenden. CCTV nahm Übertragungen von Spielen und Terminen mit Mbappé sowie zeitweise der gesamten LaLiga aus dem Programm und strich Werbespots mit dem Franzosen. Auf der Plattform Weibo standen Hashtags wie „Dongpeng beendet Partnerschaft mit Mbappé“ tagelang unter den meistdiskutierten Themen, dazu kursierten Boykott-Aufrufe gegen den Stürmer.
Warum das Thema so heikel ist
Mao Zedong gilt in China offiziell weiterhin als Staatsgründer und wird in der Öffentlichkeit mit großem Respekt behandelt. Scherze oder Vergleiche, die ihn als „Diktator“ bezeichnen, gelten dort als Tabubruch. Für ausländische Prominente mit chinesischen Werbeverträgen ist das Thema deshalb besonders sensibel – frühere Fälle anderer Sportler und Marken zeigten bereits, wie schnell Verträge in solchen Situationen aufgelöst werden.
Einordnung und Ausblick
Sportlich ändert der Vorfall bei Real Madrid zunächst nichts, Mbappé bleibt gesetzt. Wirtschaftlich dürfte der Imageschaden auf dem für den spanischen Klub wichtigen chinesischen Markt aber bestehen bleiben, zumal CCTV auch Übertragungen der gesamten LaLiga betraf. Ob weitere Sponsoren folgen oder sich die Lage nach der Entschuldigung beruhigt, ist offen. Real Madrid selbst hat sich bislang nicht offiziell zu dem Vorfall geäußert.
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