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Warum in der Bundesliga so viele Tore fallen wie seit über 40 Jahren nicht mehr

Von der Globalkick-Redaktion

2 Min. Lesezeit

Torjubel in einem Bundesliga-Stadion

Foto: Vitaliivitleo / Depositphotos.com

Als der FC Bayern München am vierten Spieltag mit 7:0 über den 1. FC Union Berlin hinwegfegte, war das nur die auffälligste Zahl eines Spieltags, der insgesamt Rekordniveau erreichte. Die Bundesliga 2026/27 erlebt einen Torregen, wie es ihn seit mehr als vier Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat – und die Zahlen dahinter überraschen selbst erfahrene Beobachter.

137 Tore nach vier Spieltagen

Nach den ersten vier Spieltagen standen in der Bundesliga-Tabelle der Torstatistik 137 Treffer. Das liegt zwar knapp unter den Vergleichswerten der Saisons 1984/85 (140 Tore) und 2023/24 (138 Tore), ergibt umgerechnet aber einen Schnitt von 3,8 Toren pro Partie. Zum Vergleich: Die bis heute als Torrekord geltende Saison 1983/84 kam über alle 306 Spiele hinweg auf 1.097 Treffer – ein Schnitt von 3,6 Toren pro Spiel. Sollte die Bundesliga ihr aktuelles Tempo halten, würde sie diese seit 42 Jahren bestehende Bestmarke unterbieten.

Ein Spieltag mit 36 Treffern

Besonders torreich verlief der zweite Spieltag der Saison mit 36 Treffern – bislang der Spitzenwert der laufenden Spielzeit. Selbst der torarmste Spieltag, der siebte, kam noch auf 25 Tore und liegt damit weiterhin über dem langjährigen Bundesliga-Schnitt früherer Jahrzehnte. Die Schwankungen zeigen: Es handelt sich nicht um einen einzelnen Ausreißer, sondern um ein Muster, das sich über mehrere Spieltage hält.

Nicht nur der FC Bayern trifft

Dass ausgerechnet der FC Bayern mit 14 Treffern nach vier Spieltagen (und 27 Treffern nach sieben Spieltagen) die torgefährlichste Mannschaft der Liga stellt, überrascht wenig. Bemerkenswerter ist der Blick auf die Verfolger: Der SC Freiburg kam nach vier Spieltagen bereits auf zwölf Treffer – ein Vereinsrekord für diese frühe Phase der Saison. Der FC Augsburg stellte mit elf Toren nach vier Spieltagen ebenfalls einen eigenen Bestwert auf. Zwei Klubs also, die traditionell nicht für offensives Feuerwerk bekannt sind, treiben den Torrekord mit.

Breite Verteilung bei den Torschützen

Auffällig ist zudem, wie breit sich die Torschützenliste in der Frühphase der Saison verteilte. Nach vier Spieltagen führten mit jeweils vier Saisontoren gleich vier Spieler gemeinsam die Liste an: Michael Olise vom FC Bayern, Yuito Suzuki vom SC Freiburg, Phillip Tietz von Mainz 05 und Younes Ebnoutalib von Eintracht Frankfurt. Patrik Schick von Bayer Leverkusen war zu diesem Zeitpunkt der einzige Spieler, der an allen vier Spieltagen getroffen hatte. Statt einzelner Überflüger tragen also viele verschiedene Spieler und Mannschaften den Torregen mit.

Hält das Tempo bis zum Saisonende?

Ob die Bundesliga am Ende tatsächlich die Bestmarke von 1983/84 unterbietet, bleibt offen. Torreiche Startphasen haben sich in der Vergangenheit öfter im Laufe einer Saison wieder etwas normalisiert, wenn sich Defensivreihen eingespielt haben und der Rhythmus durch Englische Wochen und Kältephasen leidet. Der Blick auf den siebten Spieltag mit seinen immer noch soliden 25 Treffern spricht aber dafür, dass der Trend zumindest nicht vollständig abreißt. Für Fans bedeutet das vorerst: Wer in dieser Saison ein Bundesliga-Ticket kauft oder einschaltet, sieht im Schnitt mehr Tore als in fast jeder Spielzeit der vergangenen 40 Jahre.

Quellen: bundesliga.com, fussballtransfers.com