Als der FC Bayern München ihm 2022 keinen Profivertrag anbot, hätte für Kenan Yıldız auch eine Fußball-Karriere unterhalb der großen Bühne folgen können. Stattdessen wechselte der gebürtige Regensburger zu Juventus Turin – und ist dort inzwischen zu einem der auffälligsten jungen Offensivspieler der Serie A gereift.
Kindheit zwischen zwei Kulturen in Regensburg
Kenan Yıldız wurde im Mai 2005 in Regensburg geboren, als Sohn eines türkischen Vaters und einer deutschen Mutter. Seine ersten Stationen im Jugendfußball waren die lokalen Vereine Sallern Regensburg und Jahn Regensburg, wo er bis 2012 das Fußballspielen lernte, ehe ein größerer Klub auf ihn aufmerksam wurde.
Zehn Jahre in der Jugendakademie des FC Bayern
Im Alter von sieben Jahren wechselte Yıldız in die Nachwuchsabteilung des FC Bayern München und durchlief dort über ein Jahrzehnt sämtliche Altersklassen. In seiner letzten Saison bei den Bayern-Junioren, der U19 im Jahrgang 2021/22, steuerte er in 20 Spielen sechs Tore und acht Vorlagen bei – Zahlen, die zeigten, dass in ihm mehr steckte als ein gewöhnlicher Nachwuchsspieler.
Kein Profivertrag in München
Trotz dieser Bilanz lief Yıldız‘ Vertrag bei den Bayern im Sommer 2022 aus, ohne dass der Klub ihm ein Profiangebot vorlegte. Für den damals 17-Jährigen bedeutete das einen Bruch nach einer kompletten Jugendkarriere in München – aber auch die Freiheit, sich einen neuen Verein zu suchen. Rückblickend sagte Yıldız einmal sinngemäß, der DFB sei in dieser Zeit nie aktiv auf ihn zugekommen, während die Türkei früh Kontakt aufnahm.
Juventus schlägt zu
Juventus Turin nutzte die Gelegenheit und verpflichtete Yıldız im Sommer 2022 ablösefrei. In Turin bekam er zunächst Zeit, sich langsam heranzuarbeiten, ehe er sich in den vergangenen beiden Spielzeiten einen festen Platz im Profikader erspielte. Mittlerweile zählt er zu den Spielern, auf die sich die Alte Dame auf den Flügelpositionen verlässt.
Die Entscheidung für die Türkei
Schon 2021, also noch während seiner Zeit in der Bayern-Jugend, entschied sich Yıldız für die türkische Nationalmannschaft. Mittlerweile ist er fester Bestandteil des A-Nationalteams und gehört dort zu den wichtigsten Offensivkräften.
Eine Geschichte mit Symbolkraft
Yıldız‘ Werdegang steht beispielhaft für eine ganze Gruppe von Nachwuchsspielern mit Wurzeln in zwei Ländern, die sich zwischen dem Land ihrer Ausbildung und dem Land ihrer familiären Herkunft entscheiden müssen. Dass ein Spieler, den eine der größten Jugendakademien Europas zehn Jahre lang ausgebildet und am Ende doch ziehen ließ, bei einem anderen Topklub zum Stammspieler wird, zeigt, wie knapp solche Entscheidungen oft ausfallen.
Vom Talent zum Hoffnungsträger
In Turin hat sich Yıldız vom hoffnungsvollen Talent zu einem Spieler entwickelt, auf den Juventus seine Offensive mit aufbaut. Trainer und Mitspieler loben vor allem seine Wendigkeit auf engem Raum und seine Entschlossenheit, selbst Torabschlüsse zu suchen, statt sich nur als Vorbereiter zu verstehen.
Ausblick
Für Juventus ist Yıldız inzwischen ein Baustein für die Zukunft, für die Türkei einer der wichtigsten Offensivspieler des Nationalteams. Dass ausgerechnet der FC Bayern ihn einst ziehen ließ, dürfte man in München angesichts seiner Entwicklung in Turin mit gemischten Gefühlen verfolgen.
Quellen: kicker.de, t-online.de








