Die neuen Miteigentümer des FC Liverpool wollen offenbar deutlich mehr als nur eine Minderheitsbeteiligung: Die Investorengruppe 1892 Holdings um den britisch-indischen Unternehmer Amit Bhatia hat sich nach übereinstimmenden Medienberichten eine Option gesichert, ihren Anteil am englischen Rekordmeister schrittweise bis auf 100 Prozent zu erhöhen.
38 Prozent von Eigentümer FSG
Fenway Sports Group (FSG) um John Henry hatte im Sommer vereinbart, 38 Prozent der Anteile an 1892 Holdings zu verkaufen. Der FC Liverpool wird dabei mit umgerechnet rund 4,4 Milliarden Pfund (etwa sechs Milliarden Dollar) bewertet. Hinter der Investorengruppe stehen neben Bhatia vor allem Amazon-Gründer Jeff Bezos und Facebook-Mitgründer Eduardo Saverin, die den Großteil des Kapitals beisteuern sollen.
Der Deal zeigt den rasanten Wertzuwachs des Klubs: Erst 2023 hatte die Investmentfirma Dynasty Equity eine kleinere Minderheitsbeteiligung erworben, die Liverpool damals mit rund 3,3 Milliarden Pfund bewertete. FSG selbst hatte den Verein 2010 für etwa 300 Millionen Pfund übernommen.
Freigabe der Regulierungsbehörde steht noch aus
Der Einstieg muss noch von der unabhängigen englischen Fußball-Regulierungsbehörde (Independent Football Regulator, IFR) genehmigt werden. Erst nach deren Zustimmung greifen laut den Berichten die vereinbarten Zusatzrechte: 1892 Holdings kann den Anteil demnach auf etwa 69 Prozent aufstocken und damit die Kontrolle übernehmen – oder in einem weiteren Schritt den Klub vollständig übernehmen.
Bhatia als Gesicht, Bezos im Hintergrund
Nach außen soll weiterhin Bhatia als Vize-Vorsitzender auftreten, während sich Bezos nach bisherigen Berichten zunächst nicht in den Vorstand setzen will. Für den Amazon-Gründer, dessen Vermögen Forbes auf mehr als 207 Milliarden Pfund schätzt, wäre es dennoch der bislang größte Schritt in den Profisport.
Unsicherheit bei den Fans
Unter Liverpool-Anhängern sorgt die mögliche Machtverschiebung für geteilte Reaktionen: Einerseits verspricht frisches Kapital nach Jahren vorsichtiger Transferpolitik neue Möglichkeiten, andererseits wächst die Sorge vor einem Rückzug von FSG, die den Klub seit 2010 führt und unter anderem zwei Meistertitel sowie den Champions-League-Sieg 2019 verantwortete. Eine Entscheidung über eine mögliche Aufstockung wird nicht vor der Freigabe durch die Regulierungsbehörde erwartet.
Quellen: thisisanfield.com, liverpool.com
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