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El Clásico: Mehr als ein Spiel zwischen Real Madrid und Barcelona

Von der Globalkick-Redaktion

3 Min. Lesezeit

Zweikampf zwischen Real-Madrid- und Barcelona-Spielern beim Champions-League-Halbfinale 2011 im Santiago Bernabéu

Foto: Muhaidib, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Es gibt Derbys, die eine Stadt teilen. Und es gibt ein Spiel, das ein ganzes Land spaltet und die Welt vor den Bildschirm holt: El Clásico, Real Madrid gegen den FC Barcelona. Hunderte Millionen Menschen schauen zu, wenn die beiden größten Klubs Spaniens aufeinandertreffen. Doch um zu verstehen, warum dieses Duell so viel mehr ist als Fußball, muss man weit zurückblicken.

Hauptstadt gegen Katalonien

Das erste Aufeinandertreffen fand bereits 1902 statt, Barcelona gewann damals 3:1. Zur großen Rivalität wurde das Spiel aber erst durch die Politik. Madrid steht für die Hauptstadt und den spanischen Zentralstaat, Barcelona für Katalonien, seine eigene Sprache und sein Streben nach Eigenständigkeit.

Während der Franco-Diktatur wurde der FC Barcelona für viele Katalanen zu einem der wenigen Orte, an denen sie ihre Identität offen zeigen konnten. Daher stammt auch das berühmte Motto des Klubs: „Més que un club“, mehr als ein Verein. Ein Spiel aus dieser Zeit ist bis heute in Barcelona unvergessen: Im Pokal-Halbfinale 1943 gewann Real Madrid mit 11:1, unter Umständen, über die bis heute gestritten wird.

Der Streit um Di Stéfano

1953 eskalierte die Rivalität abseits des Rasens. Beide Klubs wollten den Argentinier Alfredo Di Stéfano verpflichten, und beide glaubten, sich mit unterschiedlichen Vereinen über ihn geeinigt zu haben. Am Ende landete Di Stéfano in Madrid. Mit ihm gewann Real die ersten fünf Europapokale der Landesmeister in Folge und wurde zum größten Klub Europas. In Barcelona gilt der Fall bis heute als Beispiel dafür, wie der Zentralstaat dem Rivalen half.

Verrat und ein Schweinekopf

Kein Wechsel hat die Fans so aufgebracht wie der von Luís Figo im Sommer 2000. Der Portugiese war Kapitän und Publikumsliebling in Barcelona, dann wechselte er direkt zu Real Madrid. Für die Barça-Fans war das Verrat. Bei seiner Rückkehr ins Camp Nou 2002 flogen bei einem Eckball Flaschen, Feuerzeuge und sogar ein Schweinekopf aufs Feld. Das Bild ging um die Welt und steht bis heute für die Feindschaft zwischen beiden Lagern.

Applaus im Bernabéu

Umso erstaunlicher ist ein Abend im November 2005. Ronaldinho spielte Real Madrid im eigenen Stadion schwindelig und erzielte zwei Tore beim 3:0-Sieg Barcelonas. Nach seinem zweiten Treffer passierte etwas, das es im Clásico kaum je gegeben hatte: Viele Madrider Fans standen auf und applaudierten dem Gegenspieler. Ein Moment, der zeigt, dass am Ende auch der größte Rivale echte Kunst anerkennt.

Messi gegen Ronaldo

Seinen Höhepunkt erreichte das Duell zwischen 2009 und 2018, als Lionel Messi für Barcelona und Cristiano Ronaldo für Real Madrid spielten. Die beiden besten Spieler ihrer Generation trafen mehrmals im Jahr aufeinander. Messi ist bis heute der Rekordtorschütze des Clásico.

Unvergessen ist vor allem das Frühjahr 2011: Innerhalb von nur 18 Tagen trafen sich die Teams viermal, in der Liga, im Pokalfinale und zweimal im Halbfinale der Champions League. Real Madrid unter José Mourinho gewann das Pokalfinale durch ein Kopfballtor von Ronaldo in der Verlängerung, Barcelona unter Pep Guardiola setzte sich in der Champions League durch und holte später den Titel. Die Spiele waren hitzig, voller Platzverweise und Wortgefechte, und sie prägten eine ganze Ära.

Warum der Clásico nie langweilig wird

Die Stars wechseln, die Trainer kommen und gehen, doch die Spannung bleibt. Jede Generation schreibt ihre eigenen Kapitel, von Di Stéfano und Kubala über Cruyff und Butragueño bis zu den Talenten von heute. Wer den Clásico einmal live im Bernabéu oder im Camp Nou erlebt hat, versteht, warum dieses Spiel in Spanien als eigene Jahreszeit gilt.

Und eines ist sicher: Beim nächsten Clásico wird die Welt wieder zuschauen.

Quellen: Real Madrid, FC Barcelona, LaLiga, Wikipedia (El Clásico)
Titelbild: Real Madrid gegen FC Barcelona, Champions-League-Halbfinale 2011, Muhaidib, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0